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Vom Niederlassungsleiter zur "Tipse" - Really? Warum?

Ein kleiner Ablauf meiner "Selbstständigmachung" … ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit. Und mit einer Menge Glück …

2018 – die erste Hälfte … Ein neuer Anfang

Warum gibt man einen sicheren Job auf, um weniger Geld in einem anderen Geschäftsfeld zu verdienen? Jeder, der jetzt von "dummer Idee" redet, hat sein Leben nie in den überfüllten S-Bahnen von Hamburg verbracht, 3 Stunden täglich. Und dann verbringt man seine Zeit damit, Kunden dabei zu helfen, leblose Gegenstände, deren Zweck nur bedingt erkennbar ist, von einem Ort zum anderen zu bringen. Dies alles unter dem Druck, dem Kunden den bestmöglichen Service zum niedrigsten Preis zu bieten, man kann sich nicht auf seine Überseepartner verlassen und bekommt dann noch den Flame der Kunden ab. Ja, ich bin mittlerweile sehr genervt von der Speditionsbranche, insbesondere von der letzten Stelle.

Um die Situation zu ändern, dachte ich mir, okay, größtes Problem, die Fahrzeit nach Hamburg … der Rest wird wohl erträglicher, wenn ich das nicht mehr hab. Also im Frühling bei einer Stader Eisenbahnspedition in der Dispo angeheuert. Hatte ich zu Beginn meiner Karriere gemacht, passte also.

Dachte ich zumindest. Was ich vergessen oder ignoriert hatte, eine Disposition mit vielen Fahrzeugen ist im höchsten Maße stressig, besonders wenn das Büro von altertümlichen Arbeitsweisen und unzuverlässigen Partnern (insbesondere der Bahn selbst) dominiert wird. Effizienz war dort fehl am Platz, der Computer war nur dazu da, die Leute beschäftigt zu halten.

Also wieder was Neues gesucht … wie gesagt, ich war mit der Gesamtsituation sehr unzufrieden. Ein kleines lokales Fuhrunternehmen sollte es sein, ich verstand mich mit dem Besitzer sehr gut und wollte mich nur im Hintergrund verdingen, keine Dispo, nur effiziente und klare Bürotätigkeiten. Leider war die Disposition seit Wochen vakant und verständlicherweise wollte er erst diese Baustelle geschlossen haben, bevor er "mich" brauchte. Also dachte ich mir, okay, übergangsweise Dispo schaffst du schon, bist nicht mehr der jüngste, aber für ein paar Wochen … auch das war falsch gedacht. Wer noch nie in einer LKW-Dispo gesessen hat, hat nur schwer eine Vorstellung davon, wie belastend die Kommunikation zwischen Führung und Fahrern (also OBEN und UNTEN) sein kann. Besonders, wenn man wie ich nicht mehr in der Lage ist, das nicht an sich herankommen zu lassen. Die letzten zehn Jahre im Asien-Seeverkehr haben mein Gefühl für Kommunikation stark verändert, der raue Umgangston tat sein übriges, um mich dann komplett aus der Bahn zu werfen.

Nach einigen Wochen Krankheit und der Entlassung bei der letzten Firma stand ich vor der Entscheidung, wie ich weitermachen sollte. Dass ich das Speditionsgewerbe verlassen würde, war mir nach der letzten Erfahrung klar, doch wie weiter? Einige Wochen versuchte ich mich als Bürokaufmann oder Büro-Allrounder zu bewerben, bekam jedoch nur Absagen … einer der Personalchefs brachte es auf den Punkt: "Hr. Strenge, Sie waren einmal Niederlassungsleiter, und wollen jetzt den Job als Tipse? Sorry, aber Sie sind deutlich überqualifiziert".

Nun, er hatte wohl recht, die meisten dachten so. Und ich war auch ständig genervt, mich in Systeme meiner Arbeitgeber zu denken, die von Effizienz eh nicht viel hielten und Politik wichtiger war als ehrliche Arbeit, dann versuchte ich es halt selbst. Dank meiner Presseagentur für die "Bild am Sonntag" kein Start von 0, aber nach einigen Wochen Vorbereitung war es dann soweit … seit dem 01.10. war ich dann offiziell selbstständig als VPA. Die erste Reaktion, auch des Arbeitsamtes … VPA … was ist das? (Klickt dazu auf Büroservice auf der Homepage ;-)).

Demnächst dann die Vorbereitung auf das Ganze … wie kam überhaupt die Selbstständigkeit in meinen Kopf, seit wann begann die Vorbereitung … und wieso gab es keine Allroundlösung zur Selbstständigwerdung im Internet?